Ein Vierteljahrhundert ist vergangen

Ein Vierteljahrhundert ist vergangen

Ich habe damals Dinge erlebt, die ich heute besser verstehe als zu dem Zeitpunkt, an dem sie passiert sind.
Ich war nicht stabil. Das weiß ich heute. Damals habe ich das nicht gesehen. Alkohol spielte dabei eine Rolle, aber nicht so, wie man es aus Geschichten kennt. Es war kein Exzess, kein Absturz, kein Drama. Es war ein kleiner Schritt. Von „nicht trinken“ zu „doch trinken“. Ein Schalter, der zu leicht umzulegen war. Und ich habe Alkohol nie vertragen. Das ist keine Erkenntnis aus Büchern, sondern aus meinem eigenen Körper. Ich war dafür nicht gemacht.

„Alkohol hat noch nie etwas Positives bewirkt.“

Heute sehe ich das klar.
Kein Groll.
Keine Sehnsucht.

Heute, seit zwanzig Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr. Nicht aus Prinzip, sondern aus Einsicht. Ich habe ihn nie vertragen, und ich brauche ihn nicht. Das Kapitel ist abgeschlossen.

Seit zwölf Jahren lebe ich in einer festen Beziehung. Stabil, verlässlich. Mein Leben hat Struktur, Routinen, klare Linien. Ich funktioniere, und ich lebe. Beides gleichzeitig.

Ich hatte dieses Jahr auch ein tolles Erlebnis. Eine Genesung, eine Neugeburt. Es ist keine Empfehlung es nachzumachen, aber es hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.